Montag, 11. März 2019
Ein Schelm, der Böses dabei denkt
Heise.de bietet auf seinen Seiten u.a. Software zum Download an. Als Entwickler von Software kann man sich dort registrieren und in einem Entwicklerbereich die Informationen zum selbst entwickelten Programm eingeben. Die Forderungen seitens heise.de sind hoch. Sie reichen von eigener Homepage, über E-Mail-Adresse und Online-Dokumentation bis hin zu direkter Downloadmöglichkeit. Wenn die Redaktion mit den Informationen zufrieden ist, wird die Applikation dann unter Downloads angezeigt.

Um meiner Eigenentwicklung „WatchMyContracts“, einer Freeware, einen größeren Bekanntheitsgrad zu verschaffen, habe ich es dort eingestellt. Sinn macht das Ganze natürlich nur dann, wenn das Programm über die Suchfunktion von Heise.de auch gefunden wird. Dazu trägt man als Teil der Informationen, die man dem Programm mitgeben muss, Schlagwörter ein.

Wörtlich steht dort: „Schlagwörter - Begriffe, unter denen Ihr Programm gefunden werden soll.“

Folgerichtig trug ich dort die folgenden 3 Begriffe ein:
1. Vertragsverwaltung
2. Vertragsmanagement
3. Kündigungsfristen

Falls Sie nun erwarten, mit diesen 3 Begriffen meine Software finden zu können, liegen Sie falsch. Lediglich unter „Kündigungsfristen“ und "WatchMyContracts" werden Sie fündig. Anfangs ging ich noch von einem simplen Fehler aus und kontaktierte daher die Redaktion von Heise.de. Als keine Antwort kam, versuchte ich es ein zweites Mal. Eine Antwort blieben sie mir wieder schuldig. Und geändert haben Sie natürlich auch nichts. Das brachte mich zu der Erkenntnis, dass das "Versehen" Absicht ist. Nicht ohne Grund steht dort "gefunden werden soll" und nicht "gefunden wird". Skrupel sind Heise.de völlig fremd. Wenn man sich ansieht, welche Programme tatsächlich unter „Vertragsverwaltung“ und „Vertragsmanagement“ „gefunden“ werden, stellt man fest, dass es sich ausschließlich um Bezahl-Software handelt. Zufall? Wohl kaum. Offenbar gibt es übergeordnete Interessen, die meinem Interesse zuwiderlaufen. Meine Freeware wurde nur aufgenommen, um dem Ganzen einen seriösen Anstrich zu geben. In meinen Augen ein Skandal!

Als mein Produkt neu eingestellt für eine Woche auf der Startseite von Heise.de zu sehen war, stieg mein Downloadrang auf 1457. Inzwischen bin ich auf Platz 29764 abgerutscht. Und das liegt garantiert nicht an der Qualität meines Produkts.

Ich bin mir sicher, dass Heise.de sich über tausende von Anfragen, wieso meine Anwendung über die Suchfunktion nicht auffindbar ist, sehr "freuen" würde. Je mehr desto besser! Ich befürchte allerdings, dass mein Aufruf für Heise.de ohne Folgen bleiben wird. Der Mensch ist für Empathie und Altruismus einfach nicht geschaffen. Schade eigentlich!

Der einzige Grund dafür, dass ich meine Software dort noch weiter belasse, obwohl ich bei heise.de meinem Ziel, sie dadurch bekannter zu machen, keinen Schritt näher gekommen bin, ist die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt.



Sonntag, 14. Dezember 2014
SUV + Crossover = ~§%&?
Schon in der Bibel heißt es: "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!" (1. Johannes 2,1-6). Diese Lebensweisheit könnte man auch auf das Kaufverhalten der deutschen Automobilkäufer anwenden: "An ihren Autos könnt ihr sie erkennen!".

Deutschland, das Land der Dichter, Denker und Fahrzeug-Lenker? Das Auto spielt im Seelenleben der Deutschen eine wichtige Rolle. Mehr als zwei Drittel der Autofahrer denken mehrmals im Monat über ihr Fahrzeug oder das Fahren im Allgemeinen nach, wie eine Umfrage der Sachverständigenorganisation KÜS ergeben hat. Jeder Zehnte tut das sogar nahezu täglich. Am meisten beschäftigen Fragen rund ums Auto dabei die jüngeren Autofahrer: Unter den 18- bis 39-Jährigen denken 18 Prozent täglich daran, bei den Über-61-Jährigen sind es nur noch 7 Prozent.

Früher wurden Autos so gezeichnet, um sie zu karikieren, heute werden sie so gebaut und überaschenderweise auch zu­hauf gekauft. Gemeint sind die Seniors Ugly Vehicle oder abgekürzt SUV.

SUV oder Sport Activity Vehicle - so meint BMW, den X6 bezeichnen zu müssen - sind äußerst beliebt bei den Deutschen. Jede Automarke hat inzwischen hochgebockte oder höhergebaute PKW in ihrem Fuhrpark, darunter viele, die nicht SUV sondern City SUV, Kompakt SUV oder Cross Over genannt werden. Zum Teil sehen sie aus, als ob sie einem Comic entsprungen wären oder gleich in einem Teich schwimmen gehen wollten. Die Front dieser Fahrzeuge darf gerne auch martialische Züge tragen. Ein SUV soll sich durchaus wie ein Panzer anfühlen. Nur ganz so aussehen, darf er natürlich nicht. Man möchte sich schließlich zumindest einen Hauch von Pazifismus erhalten.

Cross Over bekamen lediglich Luft unter den Boden, das Dach und die Motorhaube damit sie dem Trend entsprechend einen Hauch von SUV verströmen Die Basis der Cross Over ist das flache Pendant. Begründet wird dies gerne mit höherem Sicherheitsgefühl, größerer Übersichtlichkeit und leichterem Ein- und Ausstieg.
Ein willkürlich herausgegriffener Vertreter dieser neuen Spezies ist der Ford Kuga. Bei ihm sieht man von hinten betrachtet einen Unterbodenschutz aus Kunststoff. Es sollte jedem klar sein, dass das eine Attrappe und kein Schutz ist. Die wenigsten SUVs werden jemals etwas anderes als Asphalt unter den Rädern spüren und somit den vermeintlichen Unterbodenschutz keiner Belastungsprobe unterziehen, was auch besser sein dürfte. Selbst ein Oberklasse-SUV wie der Jaguar F-Pace hat diese "schicken", farblich abgesetzten Kunststoff-Attrappen. Ich habe nichts gegen Kunststoff am Auto aber bitte an anderer Stelle und in Wagenfarbe.
Diese Autos sportlich zu nennen, kann man nur als Übertreibung bezeichnen. Ein Auto ist nicht automatisch sportlich, sobald ein fetter Motor drinsteckt. Oder kennen Sie Rennautos, die nicht möglichst flach sind? Der Grund dafür ist einleuchtend. Ein höherer Schwerpunkt wirkt sich vor allem in Kurven negativ aus. Und der Luftwiderstand bremst zudem.
Wofür bitte soll Activity beim X6 stehen? Für das aktive Durchdrücken des Gaspedals? Schon Top Gear-Moderator Jeremy Clarkson befand: Für das Gelände ungeeignet, schlechte Rundumsicht, ungenügendes Raumangebot.

Cross Over wörtlich genommen suggeriert: Dieses Fahrzeug sprengt Grenzen. Die Wahrheit fällt leider weniger großspurig aus. Es soll die Eigenschaften mehrerer Spezialisten in sich vereinen. Das bedeutet aber, dass dafür zwangsläufig Kompromisse eingegangen werden müssen. Sonst hätten die Spezialisten keine Daseinsberechtigung. Ein richtig geländegängiges Fahrzeug kann auf der Autobahn nun mal nicht glänzen. Ein Cross Over kann ein bisschen von dem und ein bisschen von dem aber nichts so gut wie die Spezialisten. Wozu soll es gut sein, ein bisschen Geländegängigkeit zu haben, wenn ich nie im Gelände bin, dafür aber Meter für Meter Nachteile auf der Straße habe?

Das einzige Argument, das zutrifft, ist der leichtere Ein- und Ausstieg. Bei Menschen, die körperlich so angeschlagen sind, dass ihnen das Ein- und Aussteigen Probleme bereitet, habe ich Verständnis für den Kauf eines höhergelegten Autos. Im Vergleich zur Dauer, die man fahrend im Auto verbringt, wird aber für das Ein- und Aussteigen nur ein Bruchteil der Zeit benötigt und stellt für die meisten Fahrer von SUVs kein Problem dar. Und für diese kleine Annehmlichkeit werden alle Nachteile eines SUV in Kauf genommen?

Davon gibt es jede Menge:
Höheres Gewicht, weniger Leistung, höherer Luftwiderstand (cW-Wert * Stirnfläche), höherer Verbrauch, mehr Emissionen, höhere Windanfälligkeit, mehr Windgeräusche, schlechteres Kurvenverhalten, höherer Reifenverschleiß. Ohne elektronische Hilfen hätten SUVs Mühe den Elch-Test zu bestehen! Man erinnere sich nur an die erste Mercedes A-Klasse von 1997, die ursprünglich ohne das damals nur im Premium-Segment angebotene ESP verkauft werden sollte, sich ohne ESP aber schwungvoll auf die Seite legte und dann nachgerüstet wurde. Ein Fahrzeug, das nur mit ESP den Elch-Test besteht, bietet weniger Sicherheit als eines, das es auch ohne schafft und durch ESP noch an Sicherheit dazugewinnt.
Wie schaffen es so viele Menschen, vor diesen Tatsachen die Augen zu verschließen? Hat der vernunftbegabte Mensch die A-Klasse nach dem Elchtest-Debakel links liegen gelassen? Nö.
Interessanterweise beschloss Daimler inzwischen, dass die A-Klasse sportlicher werden müsse und verlor daher an Höhe.

Die erhöhte Sicherheit in einem SUV halte ich für ein Märchen. Mehr Masse, mehr Gewicht, mehr Steifigkeit und der höhere Schwerpunkt sind keine Rezepte für mehr Sicherheit. Richtig allerdings ist, dass das höhere Gewicht von SUVs für den normalen PKW zum Nachteil bei einem Frontal-Crash werden kann. Vorteile zum Nachteil anderer Autofahrer. Ist es das, was beim Kauf eines SUVs angestrebt wird? Wundern würde mich das nicht.

Es ist zu vermuten, dass die Entscheidung für einen Möchtegern-SUV oder echten SUV in den meisten Fällen hormon- und nur äußerst selten rational gesteuert ist.
Deutschlands Bevölkerung wird zunehmend älter. Daraus resultiert die Vorliebe für die höhergelegten und höhergebauten Fahrzeuge. Flottes Fahren, schnelles und damit sicheres Überholen ist bei dieser Clientel in der Prioritätenliste eher weiter unten angesiedelt.
Idealerweise werden Autos für einen bestimmten Zweck entwickelt, so dass sie besonders geländegängig, besonders sportlich oder besonders sparsam sind. Einzig der SUV oder Cross Over hat keinerlei besondere Fähigkeiten. Er kann in allem nur mittelmäßig sein und keinesfalls besonders "Sport"- oder "Utility"-tauglich.
Es ist ein Hohn, auf diesen Fahrzeugen hinten "eco" oder "bluetec" zu lesen. Was nützen effiziente Motoren, wenn der Luftwiderstand alle Effizienz zunichte macht! Vor Jahrzehnten wurden Neuwagen noch mit der Angabe ihrer cW-Werte angepriesen, als dort noch größere Fortschritte zu erzielen waren. Danach verschwand die Angabe wieder. Mit der massenhaften Verbreitung der SUVs wäre es vernünftig, eine Vorschrift zu erlassen, den Luftwiderstand angeben zu müssen. Was würde man von jemandem halten, der vor sein Fahrrad quer zur Fahrtrichtung eine Luftbremse aus Brettern montieren und ein paar Hantelscheiben auf den Gepäckträger binden würde? Seltsamerweise stört dasselbe beim Auto so gut wie niemanden, weil sich ja "nur" der Motor und nicht der Mensch mehr anstrengen muss. Für den damit verbundenen erhöhten Spritverbrauch und die erhöhten Emissionen interessieren sich traurigerweise die Käufer dieser Fahrzeuge überhaupt nicht. Um die gleiche Geschwindigkeit zu erzielen, benötigt der SUV mehr Leistung bzw. ist bei gleicher Leistung langsamer als ein herkömmliches Fahrzeug.


Beispiel:
Modell 

Mercedes GLC (SUV) 

Peugeot 3008 GT (Cross Over mit Null- Offroad-Kompetenz) 

Seat Leon ST FR 

Kraftstoff-Art 

Diesel 

Diesel 

Diesel 

Hubraum 

2143 ccm 

1997 ccm 

1968 ccm 

Zylinder 

Leistung 

150 kW / 204 PS 

133 kW / 180 PS 

135 kW / 184 PS 

Kraftstoffverbrauch kombiniert lt.
Hersteller 

5,4 l/100 km 

5,5 l/100 km 

4,6 l/100 km 

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h 

7,6 s 

8,9 s 

7,8 s 

Höchstgeschwindigkeit 

222 km/h 

211 km/h 

228 km/h 

CO2-Emissionen 

131-143 g/km 

124 g/km 

121 g/km 

Leergewicht 

1770 kg 

1741kg 

1340 kg 

Gepäckraumvolumen mind. 

500 l 

390 l 

587 l 

Max. Drehmoment 

500 Nm / 1600-1800 rpm 

400 Nm / 2000-3750 rpm 

380 Nm / 1750-3000 rpm 

Preis ab 

47.000 EUR 

39.700 EUR 

25.000 EUR 


Wer sich für einen SUV oder Cross Over entscheidet, beweist vor allem eines: Unvernunft. Ein Großteil der Energie, die ein Fahrzeug für die Fortbewegung verbraucht, wird für die Überwindung des Luftwiderstands benötigt. Der Luftwiderstand steigt im Quadrat zur Geschwindigkeit. Windschlüpfigkeit wirkt sich nicht nur positiv auf die Endgeschwindigkeit aus, auch für den Spritverbrauch ist der Strömungswiderstand maßgeblich. Ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h ist die Aerodynamik der entscheidende Faktor, weil dann der Luftwiderstand den Rollwiderstand übersteigt. Aus dem Koeffizienten und der gefahrenen Geschwindigkeit eines Autos sowie seiner Stirnfläche lässt sich der Strömungswiderstand berechnen. Und dieser schlägt sich dann direkt und unmittelbar im Benzinverbrauch nieder. So liegt zwischen Cw 0,22 und 0,29 bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ein halber Liter Mehrverbrauch. Bei 200 km/h sind es schon 2,7 Liter.
Die Verbrauchsangaben der Hersteller dagegen sind bekanntlich wenig aussagekräftig, im Schnitt um 42 Prozent zu tief. Auch im neuen WLTP-Prüfzyklus liegt das Durchschnittstempo bei gerade einmal 47 km/h. Bei diesem Stadttempo ist die Aerodynamik Nebensache - was die Abweichungen zu den Verbrauchswerten der Kunden erklärt: Auf der Autobahn werden cw-Wert und die sogenannte Stirnfläche (A) entscheidend. Und die hat sich bei vielen neuen Modellen deutlich verschlechtert - vor allem durch die SUV-Mode. Fahrzeuge mit hoher Sitzposition mögen bequem sein, doch die wuchtigen Fronten haben die Aerodynamik einer Bretterwand. Aufgrund ihrer Höhe ist die Stirnfläche deutlich größer als bei klassischen Limousinen. Was multipliziert mit dem cw-Wert einen hohen aerodynamischen Gesamtwiderstand ergibt. Damit die sperrigen Autos nicht lahmer werden als ihre Vorgänger, steigt gleichzeitig die durchschnittliche Motorleistung. Kein Wunder, dass der Flottenverbrauch vieler Hersteller schon seit einiger Zeit stagniert oder sogar zulegt.

Aktuelle VW-Modelle sind gute Beispiele dafür, wie sich die Karosserieform auf die Aerodynamik auswirkt. So kommen Golf und der höher ausgelegte Golf Sportsvan auf den gleichen cw-Wert von 0,3. Selbst Tiguan und Touareg schaffen einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,32. Bei der Stirnfläche zeigen sich dagegen die Unterschiede zwischen Kompaktwagen, Kompaktvan und SUV: Hier reichen die Werte von 2,22 m² beim Golf über 2,41 m² beim Golf Sportsvan bis zu 2,84 m² beim Touareg. Das führt in der Summe dazu, dass die größeren Wagen bei der Aerodynamik schlechter abschneiden.

Während der Golf auf eine Widerstandsfläche (FW = cw * A) von insgesamt 0,66 kommt, sind es beim Sportsvan schon 0,72. Noch ungünstiger umströmt wird der Tiguan mit knapp 0,82, den schlechtesten Wert erzielt der Touareg mit 0,90. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Spritverbrauch und die CO₂-Emissionen. So liegt der kombinierte Kraftstoffverbrauch eines Golf 1,0 TSI (63 kW) bei etwa 4,9 Litern. Der Sportsvan kommt mit dem gleichen Motor auf 5,0 Liter. Der Tiguan - technisch ebenfalls auf Golf-Basis - ist als Benziner kaum unter 6,0 Litern zu bewegen. Noch mehr genehmigt sich das Oberklasse-SUV Touareg, wobei auch Faktoren wie das Fahrzeuggewicht eine Rolle spielen.

Um erkennen zu können, dass das höhere Gewicht und der größere Luftwiderstand zu einem höheren Kraftstoffverbrauch führen, ist nun wirklich kein Hochschulabschluss notwendig. Jedes Kind versteht sofort, dass ein Nach-Vorne-Beugen des Oberkörpers beim Fahrradfahren das Strampeln erleichtert. Dem erwachsenen Autofahrer dagegen ist das alles plötzlich völlig fremd? Ich frage mich, worüber die Menschen so nachdenken, wenn sie, wie am Anfang meines Beitrags erwähnt, nachdenken. Wer sich trotz Nachdenkens, für einen solchen Wagen entscheidet, zeigt, dass ihn dieser Aspekt nicht interessiert. Um das Gewissen zu beruhigen, bekomme ich dann oft zu hören, dass der Unterschied ja wohl nicht so groß sei. Ich pflege dann zu antworten: Groß genug und Meter für Meter wirksam!

Die gemogelten Abgaswerte von VW, die im realen Betrieb viel höher ausfielen als im Labor, haben ordentlich Staub aufgewirbelt. Wo sind die Stimmen, die den Lifestyle-Trend zu SUV, dem immer mehr Autofahrer verfallen und der zu nicht unerheblich höherem Spritverbrauch und damit einhergehend mehr Emissionen in Deutschland führt, kritisch sehen? Umweltschutzorganisationen und Politiker schweigen sich dazu weitgehend aus. Als die ersten SUVs auf den Markt kamen, regte sich noch vereinzelt Unmut. Seit sie sich im Straßenbild etabliert haben, verspürt keiner mehr Lust, sich den Groll der SUV-Fahrer zuzuziehen.

Im März 2017 sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) beim Treffen der G20-Staaten zum Thema Ressourceneffizienz: "Eigentlich dürften SUVs nur für Bauern und Jäger erlaubt sein". Schon erstaunlich, dass dennoch nicht gegengesteuert wird.
Die Universität Duisburg-Essen veröffentlichte im Juli 2019 eine Hochrechnung, wonach es über eine Million SUV-Neuzulassungen für das Gesamtjahr geben wird. Das veranlasste Politiker unterschiedlicher Couleur tatsächlich, sich dazu zu äußern.
Kirsten Lühmann (SPD) : „SUV haben im Vergleich zu Kleinwagen einen erheblich höheren Schadstoffausstoß, werden aber zurzeit aus den verschiedensten Gründen – hohe Sitzposition, hohe Anhängelast, geländetauglich – vermehrt gekauft. Autokonzerne sollen angehalten werden, sowohl die technischen Entwicklungen voranzutreiben, als auch bei der Werbung gezielt emissionsarme Pkw anzupreisen, um die gesetzlichen Vorgaben zur Luftreinhaltung einhalten zu können.“
Ingrid Remmers (Linke) : „Statt weniger schmutzige Autos zu bauen, setzt die Autoindustrie nun auf besonders große, schwere und noch schmutzigere Autos. Es ist völlig absurd, 1,9 Tonnen Gewicht zur Beförderung von durchschnittlich 80 Kilogramm Mensch zu bauen. Weil sich nach dem Dieselskandal die alten Fahrzeuge nicht weiter verkaufen ließen, sollten es nun völlig übermotorisierte Panzermodelle richten. Damit wird der notwendige Klimaschutz ad absurdum geführt. 80 Prozent der SUV werden als Dienstwagen zugelassen und unterliegen damit einer niedrigen Besteuerung. Wir arbeiten an einem Antrag, die steuerliche Entlastung nach ökologischen Kriterien auszurichten. Zusätzlich muss auch die Kfz-Steuer nach den Kriterien des Klimaschutzes ausgerichtet werden.“
Oliver Luksic (FDP) : „Wegen der Vorliebe Älterer für Fahrzeuge, in denen die Passagiere auf höheren Sitzen einfacher Platz nehmen können, ist der Zuwachs eine logische Folge des demografischen Wandels. Die Nachfrage nach kleinen SUV wird ungebrochen bleiben, die von der Bundesregierung unterstützten CO2-Flottengrenzwerte verteuern diese aber zusätzlich massiv durch Strafzahlungen für Hersteller. Die Automobilindustrie wird das massiv treffen, der Autokäufer wird indirekt zahlen.“
Winfried Hermann (Grüne): „Wir wollen ein Mautsystem mit ökologischer und verkehrstechnischer Lenkungswirkung. Die Maut soll nicht nur zeitlich, sondern auch wie bei Lkw kilometergenau abgerechnet werden. Zudem könnte es eine Staffelung nach Emissionsklassen geben. Wer viel fährt und mit seinem Auto auch viele Treibhausgase produziert, der muss mehr bezahlen. Das wäre ein intelligenter und sinnvoller Beitrag zur Finanzierung der Mobilität der Zukunft.“
Einen sozialen Ausgleich erwähnt er nicht. Den fordern aber CDU, CSU und SPD.

Ich empfehle der FDP den SUV auf Krankenschein einzuführen. Wer unbeweglich genug ist, darf sich einen Cross Over oder SUV zulegen. Warum müssen Zigarettenschachteln drastige Warnhinweise wie "Wenn Sie rauchen, schaden Sie Ihren Kindern, Ihrer Familie, Ihren Freunden." enthalten und Autos nichts? Sind Autos etwa ungefährlich? Die Umwelthilfe behauptet, nein. Ein deutlich sichtbarer Aufkleber auf jedem Auto mit der Angabe des CO2-Ausstoßes würde Druck aufbauen. Das werden Politiker selbstverständlich nicht beschließen. Ist zu einfach und diskriminiert SUV-Fahrer. Politiker lassen sich schließlich auch von Lobbyisten "beraten".

Laut einer Studie steht der Naturschutz für mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung auf Platz 1 der wichtigsten politischen Aufgaben. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit stehen aber bekanntlich Egoismus, Gedankenlosigkeit, Gewohnheit und Bequemlichkeit. Ich muss schon die Lupe bemühen, um in der Realität etwas von der schönen Fiktion erkennen zu können.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden stieg die durchschnittliche Motorleistung von Neufahrzeugen von 123 PS im Jahr 2005 auf 137 PS im Jahr 2013. Das hat verheerende Auswirkungen für das Klima: Die immer höheren Motorleistungen von Pkw lassen den Kraftstoffverbrauch und damit die Kohlendioxidemissionen in die Höhe schnellen. Das führte 2013 im Vergleich zu 2005 – zumindest rechnerisch – zu einem Mehrverbrauch von 3,8 Milliarden Liter Kraftstoff und zusätzlichen 9,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Wäre dagegen die Motorleistung nicht gestiegen, wären nach Angaben der Behörde auch die Kohlendioxidemissionen um zwölf Prozent gesunken. Stattdessen betrug der Rückgang der Emissionen von 2005 bis 2013 nur 1,6 Prozent. Dem Bundesamt zufolge ist der Kraftstoff-Mehrverbrauch auch auf die zunehmende Anzahl von SUV und Geländewagen zurückzuführen. Das deckt sich mit Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes: 2014 wurden im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent mehr SUV zugelassen.

Eine andere Studie aus dem Jahr 2019 behauptet, dass den Deutschen Mikroplastik Angst macht. Wissen die Befragten, dass rund ein Drittel der Mikroplastik-Emissionen auf Reifenabrieb von PKWs entfallen?
Überraschung: SUVs produzieren mehr davon.

Meiner Beobachtung nach ist Umweltschutz für einen Großteil der Deutschen reines Wunschdenken. En masse verchwinden beim Bäcker geschnittene Brote in Plastik-Beuteln (=Schwachsinn!), werden Kippen (=Sondermüll) aus dem fahrenden Auto geworfen, wird im Sommer im Stand Motor und die Klimaanlage laufen gelassen und im Winter an der Tanksäule in Erwartung einer freien Zapfsäule der Motor "natürlich" nicht abgeschaltet. Das Smartphone könnte schließlich einfrieren und das wird in dem Moment gebraucht.

Was würde ein Gepard machen, wenn er größer und schwerer wäre? Aussterben.



Montag, 16. Dezember 2013
Ausgebremst
Wie ist das, die Macht über seinen Körper zu verlieren? Normalerweise folgt dem Gedanken die Tat auf dem Fuße. Man denkt, ich geh jetzt mal dort hin und dann geht man einfach dorthin. Es geht aber auch anders wie ich heute erfahren musste. Diese Erkenntnis war genauso erschreckend wie verblüffend. Ich befahl meinen Beinen sich zu bewegen, der erste Schritt begann und wurde plötzlich jäh unterbrochen. Irgendetwas stoppte meine Beine. Und das Erschreckende daran war, dass ich den Befehl dazu definitiv nicht gegeben hatte! Heraus kam für den außenstehenden Betrachter eine Bewegung, die halb nach Stolpern, halb nach Slapstick ausgesehen haben dürfte. Der Person in meiner Nähe, die vermutlich Auslöser dafür war, entfuhr ein „Hoppla“. Vor eigener Verblüffung konnte ich darauf ebenso wenig reagieren wie zuvor auf die abgebrochene Bewegung.
Ich hatte schon angedeutet, dass ich eine Person verdächtige, der Auslöser für diese eigenartige Situation gewesen zu sein. Der Frau, die „Hoppla“ sagte, begegne ich häufig, da sie in einer Gastwirtschaft arbeitet, in der ich mittags einzukehren pflege. Ich hatte einmal den Versuch unternommen, mit der sympathischen Frau etwas zu flirten, doch als ich sie schließlich zu einem Kaffee einzuladen versuchte, verpasste sie mir eine glatte Abfuhr. Diese von mir keinesfalls erwartete Reaktion hatte mich damals schockiert. Natürlich bleibt einem in dieser Situation nichts anderes übrig, als den Tatsachen ins Auge zu blicken. Sympathie kann man nun mal nicht erzwingen. Nach außen hin war ich danach um einen distanzierten, normalen Umgang bemüht, was auch funktionierte, innerlich aber nagte diese, jetzt schon länger zurückliegende, Ablehnung latent weiter an mir.
Diese Bewegung, die ich bewusst begonnen hatte und die plötzlich völlig unerwartet und unbewusst von etwas Unheimlichem gestoppt wurde, hatte meines Erachtens damit zu tun, dass ich aus einer Drehbewegung heraus plötzlich besagte Frau schon recht nah wahrnahm wie sie mir entgegenkam und dabei den von mir geplanten Weg zu kreuzen beabsichtigte. Im Bruchteil einer Sekunde hatte ich entschieden, nicht zu warten bis sie an mir vorbeigelaufen war sondern vor ihr schnell den von mir beabsichtigten Weg zu beschreiten. Ich hätte dies auch problemlos geschafft, wenn mich nicht irgendetwas abrupt daran gehindert hätte. In diesem Moment muss meine Psyche eingegriffen und mich ausgebremst haben. Anders kann ich mir das Ganze nicht erklären.