Mittwoch, 16. November 2022
Ach so
Das globale digitale Schürfen von Kryptowährung verursachte im Jahr 2020 einen Stromverbrauch von 75,4 Terawattstunden. Das entspricht mehr Energie als Österreich (69,9 TWh) oder Portugal (48,4 TWh) im selben Jahr genutzt haben.
Schätzungen der Universität Cambridge zufolge stammen etwa 61 Prozent des Stroms, der für das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin genutzt wird, aus nicht-erneuerbaren Energiequellen wie Kohle und Erdgas.
Die Klimaschäden durch Bitcoins beliefen sich von 2016 bis 2021 laut Studie auf durchschnittlich 35 Prozent des Marktwerts. Damit gleiche das Mining der Kryptowährung anderen energieintensiven, stark klimaschädlichen Prozessen wie der Rindfleischproduktion (33 Prozent), der Stromerzeugung aus Erdgas (46 Prozent) oder der Herstellung von Benzin aus Rohöl (41 Prozent).

Benjamin Jones

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Mehr als 40.000 Tote pro Jahr durch Schusswaffen in den USA.
Jeder 27. Amerikaner stirbt durch Mord.

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Alle beschweren sich über "willkürlich gezogene", "künstlich gemachte", "ungerecht gezeichnete" Grenzen, als ob es irgendwo gottgegebene, von der Natur erschaffene Grenzen gäbe. Alle Grenzen auf diesem Planeten sind durch Kriege, Vertreibungen, Annexionen und Revolutionen entstanden, kurz gesagt durch Mord und Totschlag.

Wladimir Kaminer

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Das Land wurde gekapert von einer Gruppe gänzlich unmoralischer Menschen, die ihre miesen kannibalischen Werte nicht mehr nur Russland, sondern der ganzen Welt aufdrücken wollen. Die Putin-Elite bildet sich nach dem Prinzip der negativen Selektion: Karriere machen nur die, die es schaffen, sich beim "Chef" einzuschleimen, das heißt, die wirklich schlimmsten Menschen im Land, Arschkriecher, Mitläufer, mit denen derzeit der Staatsapparat auf allen Ebenen vollbesetzt ist. Freie, denkende Menschen, die etwas auf die Beine stellen, braucht dieses Land nicht. Der Streit mit Europa und die wahnsinnige Idee, die UdSSR wiederzuerrichten, hat ein vielfältiges imperiales Lumpenpack an die Oberfläche gespült, ein völlig cringes Publikum, das plötzlich zur kulturellen Elite Russlands wurde.
Auf das Leben der Menschen und die Entwicklung des Landes spucken sie. Sie haben nur Geopolitik im Kopf. Dass ein Drittel der Menschen in unserem Land keine Toilette im Haus hat, spielt keine Rolle. Hauptsache, man erbeutet so viel fremdes Land wie möglich und etabliert dort mittels blutiger Gewalt die eigene Ordnung (oder besser: Unordnung). Sie sind bereit, jeden dazugewonnenen Zentimeter Land mit Leichen zu pflastern, als hätte Russland zu wenig Land, als würden wir hier alle sterben vor Enge und fehlenden Bodenschätzen.
Sie nennen das "Russki Mir", verflucht seien sie dafür, dass das Wort "russisch" jetzt mit einer solchen Scheiße assoziiert wird, von der man sich noch lange wird reinwaschen müssen. Putins Russland vernichtet physisch das eigene Volk, das Volk der benachbarten Ukraine, es lässt Belarus keine Chance auf Entwicklung, es droht anderen Nachbarländern ständig mit Einmarsch; das Land ist international der Verbrecher Nr. 1, der die ganze Welt als Geisel nimmt und ihr mit Atomwaffen droht.
Das ist wie eine Familie von Gopnik-Alkoholikern, die zu anständigen Leuten ins Haus ziehen und deren Leben zur Hölle machen. Ein solches Land zu unterstützen heißt, die Diktatur eines durchgeknallten Egomanen zu unterstützen, die totale Lüge, Korruption, Repressionen, den wirtschaftlichen Ruin und die Verelendung der Bevölkerung, die intellektuelle und kulturelle Degradierung, den Großmachts-Chauvinismus (der nichts gemeinsam hat mit Patriotismus, also der Liebe zur Heimat), die endlos steigenden Rüstungsausgaben, die Isolation und ständige Kriege.

Andrej Loschak

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Bis jetzt war in Deutschland keine einzige Demonstration, wo russische Menschen rausgegangen sind und gegen das russische Regime protestiert haben. Niemand von denen hat bisher ein Zeichen gesetzt und etwas gesagt wie: 'Das tut uns leid, dass sowas passiert zwischen Russland und der Ukraine.' Wo sind die? Die sind nicht da. Und dann stellt man sich die Frage: 'Was ist das? Wir sind hier in Deutschland. Die müssen hier nicht die Angst haben, dass jemand wie in Russland an die Tür klopft und sie in den Knast schmeißt.'

Ich glaube, dass viele russische Menschen - auch die, die nicht in Russland leben ? fest an die Propaganda aus ihrem Land glauben. Und das macht mich traurig. Ich habe diesen Glauben verloren, dass die Beziehung zwischen Russland und der Ukraine wieder heilen wird. Fast jede Familie in der Ukraine hat jemanden verloren. Da glaube ich nicht, dass sie sich irgendwann wieder gegenseitig umarmen und sagen können: 'Ok, der Krieg ist vorbei. Jetzt können wir uns wieder einigen.'

Natalia Yegorova

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Heute, 2022 stehen wir nicht einmal in Reichweite der Ziele für 2023, die Erdogan 2013 benannt hatte. Wir sollten einen Platz unter den zehn weltgrößten Wirtschaften erringen, heute gehören wir nicht mal zu den Top Twenty. Die jährliche Inflationsrate sollte auf eine einstellige Zahl sinken, heute liegt sie über 80 Prozent. Unser Exportvolumen sollte auf 500 Milliarden steigen, heute beträgt es 140 Milliarden. Das Pro-Kopf-Einkommen sollte auf 25. 000 Dollar steigen. Als er das versprach, lag es bei 12. 000 Dollar, heute bei 8000. Die Arbeitslosenquote, die er auf fünf Prozent senken wollte, beträgt offiziellen Angaben zufolge über zehn Prozent. Tatsächlich ist eine von vier Personen arbeitslos. Die "neue Türkei", die er als stehenden Begriff etablierte, verfügt über nichts Neues, im Gegenteil, es mangelt ihr an allen Ecken und Enden. Wir stehen an der Schwelle zu einer plebiszitären Diktatur.

Bülent Mumay

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Sexuelle Übergriffe sind in Südafrika mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern ein großes Problem. Im Durchschnitt wird alle zwölf Minuten eine Vergewaltigung bei der Polizei angezeigt. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden laut Polizeistatistiken 10.818 Menschen vergewaltigt. Die Polizei nimmt jedoch an, dass die Dunkelziffer wesentlich höher liegt, da die meisten Fälle nicht gemeldet würden.

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Die A44, die teuerste Autobahn Deutschlands, vielleicht sogar der Welt, ist bisher nur 17 Kilometer lang. Das Projekt hat bereits über 2,7 Milliarden Euro verschlungen. Das macht knapp 39 Millionen Euro für einen Kilometer, rund sechsmal so viel wie normal. Experten gehen davon aus, dass es noch viel teurer wird. Wenn die A44 von Kassel bis Eisenach irgendwann fertig ist, wird sie 64,3 Kilometer lang sein mit 15 Brücken und 13 Tunneln, einer davon mit 4,2 Kilometern der zweitlängste Autobahntunnel Deutschlands. Die Strecke windet sich durch enge Täler, dicht vorbei an Fachwerkdörfchen, von denen die Autofahrer hinter meterhohen Wällen und Schallschutzmauern nichts mitbekommen.
Ursprünglich waren einmal 460 Millionen Euro dafür geplant worden.

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Weniger als ein Prozent aller Delikte sind Wirtschaftsstraftaten - und doch machen sie fast 45 Prozent der Gesamtschadenssumme aus, die der Gesellschaft durch Kriminalität entsteht.
Die maximale Geldbuße für Unternehmen sind fünf Millionen Euro bei fahrlässigem Vergehen und zehn Millionen Euro bei Vorsatz. Das ist vielleicht für einen Dönerladen, der Gammelfleisch verkauft, eine wirkungsvolle Abschreckung, aber für Konzerne sind das lächerliche Summen.
Bei Steuerhinterziehung droht erst ab einer Schadenssumme von einer Million Euro Haft ohne Bewährung.

Ronen Steinke, Jurist

Boris Becker erhielt zweieinhalb Jahre Haft wegen Insolvenzverschleppung. Es war die Rede von 60 Millionen Euro Schulden.
Bedeutet das, dass ich bei 60.000 Euro Schulden nur 1 Tag Haft bekommen würde?

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Welcher Berufstätige hat nicht schon einmal davon geträumt, mit einem "Ich kündige!" seinen Job einfach hinzuschmeißen? Immer mehr Amerikaner träumen nicht nur davon, sondern verlassen tatsächlich den regulären Arbeitsmarkt. Seit dem Frühjahr 2021 haben mehr als 33 Millionen freiwillig ihre Kündigung eingereicht, ein Phänomen, das hier als "Great Resignation" bekannt wurde.
2022 erfreuen sich Internetforen wie der Subreddit "Antiwork" wachsender Beliebtheit. Das Motto des Forums lautet: "Arbeitslosigkeit für alle, nicht nur für die Reichen". Im Oktober waren dort 180.000 Nutzer gemeldet, heute sind es über 1,8 Millionen.

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Für den Mangel an elektrischen Klein- und Kleinstwagen sind die CO2-Grenzwerte der EU verantwortlich. Dabei gehen batterieelektrische Autos unabhängig von Größe und Gewicht mit null Gramm CO2 in die Bilanz des Herstellers ein, ein Kleinstwagen genauso wie ein zweieinhalb Tonnen schwerer SUV. Daher ist es für die Autoindustrie aus finanzieller Sicht am klügsten, margenstarke SUV zu verkaufen - einmal mit batterieelektrischem Antrieb und zugleich mit Verbrennungsmotor oder als Plug-in-Hybrid. Kleinstwagen dagegen verursachen viel Aufwand und relativ wenig Gewinn.

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Ein 22 Jahre junger Pastor in Sambia wurde von seinen Anhängern lebendig begraben und starb dabei. Der Pastor behauptete, er werde nach drei Tagen wieder auferstehen, genau wie Jesus, der Sohn Gottes. James Sakala war Pastor bei der Zion Chruch in der Stadt Chidiza als er drei seiner Anhänger überredete in lebendig unter der Erde zu begraben. "Ihr Kleingläubigen, begrabt diesen Sakara, den ihr jetzt seht, und er wird von den Toten auferstehen und seine freien Lungen wieder voll atmen", soll er vor seinem Tod gesagt haben. In ein weißes Gewand gehüllt, ein Paar Lederpantoffeln tragend und mit gefesselten Händen wurde er in ein flaches Grab gelegt, das mit Erde zugeschüttet wurde.
Die Leiche des 22-Jährigen wurde nach drei Tagen ausgegraben. Seine schwangere Frau ließ ihn ordentlich begraben. Sein Gewand soll mit Schleim und Blut bedeckt gewesen sein, was Anzeichen dafür sein könnten, dass Sakala versuchte, sich zu befreien.

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Die Modeindustrie produziert mehr CO₂-Emissionen als Luft- und Schifffahrt zusammen.

Bis ein T-Shirt für knapp 5 Euro in einem Laden in Deutschland liegt, können seine Bestandteile locker eine Strecke zurückgelegt haben, die fast so lang ist wie der Äquator. Mehr als 40.000 Kilometer lang ist der Äquator. So könnte eine Reise aussehen: Erste Station: Anbau der Baumwolle. Die drei größten Produzenten der Welt sind Indien, China und die USA. Bleiben wir in den USA und nehmen wir ein extremes Beispiel. Wurde die Baumwolle geerntet und gereinigt, wird sie von den großen Plantagen in Virginia an die Küste transportiert, wo sie dann auf Containerschiffe verladen wird. Von den USA geht es weiter in Richtung Asien, z.B. in die Türkei. Bis dorthin werden 10.000 Kilometer zurückgelegt. Hier wird das Garn der amerikanischen Baumwolle hergestellt. In der Türkei wird zwar auch genäht aber Taiwan ist preiswerter. Es reist deshalb rund 10.700 Kilometer weiter. Stoffballen, die nicht in Taiwan vernäht werden, reisen per Containerschiff weiter nach China, weitere 2700 Kilometer. Hier wird der Baumwollstoff gebleicht und gefärbt. China ist günstig aber Länder wie Bangladesch, Korea, Kambodscha oder Vietnam sind noch günstiger. Nehmen wir als Ziel eine Fabrik in Bangladesch. Hier werden nach rund 3450 weiteren Kilometern endlich die T-Shirts für die Verbraucher in Deutschland genäht.
Kommt das T-Shirt in die deutschen Läden, dessen Baumwolle in den USA gepflückt, dessen Garn in der Türkei gesponnen, in Taiwan zu Stoff verarbeitet, in China gebleicht und gefärbt und in Bangladesch genäht wurde, hat es insgesamt 34.225 Kilometer zurückgelegt. Das sind nur 5000 Kilometer weniger als die Strecke rund um den Äquator.
An der Herstellung eines Herrenhemdes beispielsweise sind 140 Unternehmen beteiligt.

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Der jährliche Wasserverbrauch Deutschlands entspricht mit rund 117 bis 120 Milliarden Kubikmetern Wasser mehr als dem Zweifachen des Bodensees. Jeder Deutsche verbraucht damit am Tag mehr als 3900 Liter. Nur ein Fünftel davon macht die öffentliche Wasserversorgung aus. Der Rest steckt in Produkten - das entspricht täglich mehr als 17 vollen Badewannen.

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Nach internen Untersuchungen zum Einfluss auf junge Nutzer, verstärke Instagram bei zahlreichen Teenagern - vor allem Mädchen - die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, was wiederum Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat. "Wir machen Probleme mit dem eigenen Körperbild für eine von drei Teenagerinnen schlimmer."

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Täglich verhungern 15.000 Kinder weltweit.

Stand September 2021

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Nachdem Flade, Rektor der Universität Trier und oberster Richter, zahllose Hexen verurteilt hatte, kam ihm gegen Ende des 16. Jahrhunderts der Gedanke, dass ihre Geständnisse womöglich dem Wunsch geschuldet waren, der Folter des Rades zu entgehen, woraufhin er sich unwillig zeigte, sie zu verurteilen. Er wurde beschuldigt, sich an den Teufel verkauft zu haben, und der gleichen Folter unterzogen, die er zuvor seinen Opfern angetan hatte. Wie sie gestand er seine Schuld und wurde 1589 zuerst stranguliert und dann verbrannt.

Bertrand Russell - Religion and Science

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An stationären Kontrollstellen und durch mobile Fahrzeugkontrollen wurden insgesamt 658 Fahrzeuge und 687 Personen überprüft. 214 Fahrzeugführer - davon 16 Radfahrer - nutzten verbotswidrig ein Handy.

Hamburg, 21. Sept. 2021

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wird fortgesetzt ...



Dienstag, 16. August 2022
Hand aufs Herz!
Wissen Sie, wie viele Monate im Jahr Sie ausschließlich für den Staat arbeiten?
Im Jahr 2022 verlief der Zeitraum laut dem Bund der Steuerzahler vom 1. Januar bis zum 13. Juli.

Haben Sie eine Ahnung davon, wie viele Monate Sie jedes Jahr von neuem für Ihre Fixkosten (Miete, Auto, Smartphone etc.) arbeiten? Den Luxus, etwas zu essen oder sich etwas zu gönnen, nicht mitgerechnet!
Ich wusste es lange Zeit nicht.
Falls es Ihnen auch so geht - und ich wette, dass es den meisten von Ihnen so geht - gibt es eine einfache Lösung dafür: Eine Vertragsverwaltung.



Freitag, 1. Oktober 2021
Falsch.
Laut einer Studie steht der Naturschutz für mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung auf Platz 1 der wichtigsten politischen Aufgaben. Bei den 18- bis 30-jährigen sollen es - Influencer Rezo sei Dank (Wer konnte so etwas auch vorher wissen? - Jeder, meint Rezo im Video selbst!) - sogar 73% sein, die den Klimawandel für eine der großen Herausforderungen unserer Zeit halten. Das ist aber nicht mit der Bereitschaft, sich einzuschränken, zu verwechseln. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit stehen bekanntlich Egoismus, Gedankenlosigkeit, Gewohnheit und Bequemlichkeit. Man muss schon die Lupe bemühen, um in der Realität etwas von der schönen Fiktion erkennen zu können. Viele Menschen bewegen Fragen wie "Was macht(e) Zwergspitz Boo" (RIP - 16 Mio Follower) oder "Was weiß Beauty-Influencerin Mariand Castrejon, was ich nicht weiß?" (23,3 Mio Follower) mehr als "Geht die Welt zugrunde?". Sie sind der Meinung, das eine schließt das andere nicht aus? Stimmt, theoretisch.

Eine andere Studie aus dem Jahr 2019 behauptet, dass den Deutschen Mikroplastik Angst macht. Wissen die Befragten, dass rund ein Drittel der Mikroplastik-Emissionen auf Reifenabrieb von PKWs entfallen und dass SUVs zwangsläufig mehr davon produzieren?
Wer weiß schon, dass Waschmaschinen und Wäschetrockner Mikrofasern in die Umwelt entlassen und wen interessiert es? Elektrische Wäschetrockner geben bei einem einzigen Durchlauf mehrere Tausend Mikrofasern in die Umgebung ab.

Meiner Beobachtung nach ist Umweltschutz für einen Großteil der Deutschen reines Wunschdenken. En masse verschwinden beim Bäcker geschnittene Brote in Plastik-Beuteln (=Schwachsinn), werden Kippen (=Sondermüll) aus dem fahrenden Auto geworfen, wird im Sommer im Stand Motor und die Klimaanlage laufen gelassen und im Winter an der Tanksäule in Erwartung einer freien Zapfsäule der Motor "natürlich" nicht abgeschaltet. Das Smartphone könnte schließlich einfrieren und das wird in dem Moment gebraucht.
Leider nicht überflüssig zu erwähnen ist, dass das Motor-Laufenlassen im Stand und das Benutzen des Handys bei laufendem Motor verboten ist. Ein Teil ist ahnungslos und den Rest kümmert es nicht. Das war schon immer so. Nirgendwo wird der Charakter der Menschen besser sichtbar als in der Interaktion mit ihrem Auto.

Eigentlich ist die Sache einfach: Glas zu Glas und Plastik zu Plastik. Nach einer neuen Studie (2020) klappt das mit der Mülltrennung in Deutschland fast perfekt - nur zwei Drittel der Abfälle landen in der falschen Mülltonne.

Wenn Sie eine Vorstellung davon bekommen möchten, was von deutschen Fahrzeuglenkern in puncto Einsichtsfähigkeit zu erwarten ist, empfehle ich, einmal darauf zu achten wie sie lenken. Von mir selbst ausgehend war ich der Meinung, dass die linke Hand hauptsächlich für die linke Hälfte des Lenkrads zuständig ist und die rechte entsprechend für die rechte Lenkradhälfte. Weit gefehlt, schätzungsweise 40 bis 70% der Fahrzeuglenker benutzen mit Vorliebe die rechte Lenkradseite mit der linken Hand. Ich gehe jede Wette ein, dass Sie nur wenige Sekunden warten müssen, um einen zu sehen, der bei Geradeausfahrt das Lenkrad mit der linken Hand auf 2:00 Uhr hält. Selbst Fahrlehrer durfte ich schon dabei beobachten, wenn sie selbst am Steuer ihres Fahrschulautos sitzen. Was Fahrschüler von solchen Fahrlehrern lernen können, die eigentlich eine Vorbildfunktion haben sollten, kann man sich ausmalen. Die fahren so auch in eine Rechtskurve. Dann liegt die linke Hand eben irgendwo zwischen 3:00 und 6:00 Uhr. Mehr lässt das Handgelenk nicht zu. Bei 6:00 Uhr hält kein Finger mehr das Lenkrad. Lediglich der Handballen hat noch etwas Kontakt zum Lenkrad. Und ich rede hier nicht von 10 km/h. Von einer natürlichen Bewegung ist das Lichtjahre entfernt. Linkischer geht es wirklich nicht. Allein beim Gedanken, ich müsste so lenken, bekomme ich ein mulmiges Gefühl. Das allein zeigt schon, wie abwegig diese Lenkmethode ist. Glauben diese Fahrer wirklich, dass das Lenken leichter wird, wenn die Hand in die Richtung zeigt, in die man fahren möchte? 30 Sekunden reichen mir, um an den Bewegungen des Autos erkennen zu können wie der Fahrer vor mir lenkt. Meine Fehlerquote ist äußerst gering, wie ich immer wieder im Rückspiegel erkennen kann, sobald ich sie überholt habe. Eine gewisse Bewunderung kann ich nicht leugnen, dass man so lenken und einen Kilometer tatsächlich unfallfrei überstehen kann. Wie aber stehen die Überlebenschancen für ein Kind, das das Pech hat, in einer unübersichtlichen Rechtskurve vor ein solches Auto zu laufen? Schlecht! Wenn Sie mir nicht glauben, nehmen Sie an einem Fahrsicherheitstraining teil und probieren es aus. Die 93% Autofahrer, die in einer Umfrage angeben, sich für gut genug zu halten, um einem plötzlich auftauchenden Hindernis ausweichen zu können, glauben das nur, weil ihnen die Vorstellungskraft fehlt und sie noch nie vor diese Situation gestellt wurden.
Sie meinen, wenn es Millionen und sogar Fahrlehrer machen, kann es ja wohl nicht so falsch sein. Da bin ich völlig anderer Meinung. Es zeigt, wieviele talentfreie Autofahrer auf den Straßen unterwegs sind. Diese Fahrer halten eine Lenkmethode für normal, die unsicherer nicht sein könnte. Ihnen fällt nicht einmal auf, dass sie unsicherer als andere unterwegs sind oder dass es an der Art zu lenken liegen könnte. Nüchtern ausgedrückt: Solche Fahrer beweisen ein hohes Maß an Selbstüberschätzung, geistiger Unreife und Verantwortungslosigkeit. Bewundernswert mit welcher Arglosigkeit oder welchem Fatalismus Beifahrer diesem Treiben zusehen. An ihrer Stelle würde ich sofort aussteigen! An dieser Stelle eine Bitte an die Automobilhersteller: Denkt doch mal darüber nach, bei Neufahrzeugen einen 2. Blinker auf 12:00 Uhr zu montieren. Dann könnten diese Lenker theoretisch auch wieder blinken.

Sie haben noch nie mit eigenen Augen gesehen, dass ein Auto auf gerader Strecke scheinbar grundlos in den Gegenverkehr fährt und dort frontal mit einem anderen Fahrzeug kollidiert? Ich schon. Ich fuhr unmittelbar hinter dem Unfallverursacher. Der junge Audi-Fahrer brach sich dabei das linke Handgelenk. Wäre er Linkshänder gewesen, wäre es das rechte gewesen. Er versuchte das Offensichtliche vor Gericht zu bestreiten, was einfach nur lächerlich und erfolglos war. Glauben Sie auch, dass Sie alles im Griff haben, wenn Sie beim Fahren das Handy benutzen? Sie machen sich etwas vor!
Hatte der entgegenkommende Fahrer eine Chance die Kollision durch Ausweichen zu vermeiden. Ja. Hat er sie ergriffen? Nö, nicht mal ansatzweise. Lenkrad, Hand, 2:00 Uhr? Die Talente dieses Fahrers liegen augenscheinlich auf anderen Gebieten.
In Hamburg wurden im September 2021 bei einer Kontrolle an einem Tag 658 Fahrzeuge überprüft. 214 Fahrzeugführer, davon 16 Radfahrer, nutzten verbotswidrig ein Handy.
Diese Menschen offenbaren charakterliche Schwächen. Unreflektiertheit z. B., um nur eine zu nennen. Würden Sie diesen Menschen Ihr Baby anvertrauen? Bedenken Sie: Charakterzüge legt man sich nicht zu und wieder ab wie Klamotten.

Autofahrer behaupten gerne, dass ihr Verhalten im Auto nicht mit ihrem Verhalten außerhalb des Autos vergleichbar sei. Das Verhalten im Auto ließe deshalb auch keine Rückschlüsse auf den Charakter zu. Ich bin auch der Meinung, dass ein Autofahrer, der sich weigert, Regeln zu befolgen, der gegenüber anderen Autofahrern unhöflich und aggressiv agiert, nicht zwangsläufig seine Partnerin schlagen muss. Er kann durchaus für seine Kinder liebevoll sorgen. Dennoch ist natürlich jedes Verhalten Teil der Persönlichkeit.
Aggression und Gewalt sind bis zu einem gewissen Grad Teil unserer DNA. Es leugnen zu wollen, ist naiv. Ob und wie aggressiv Menschen individuell sind, hängt von frühkindlichen Erfahrungen und Kontrollzentren im Gehirn ab. Aggression und Gewalt haben in der Evolution des Menschen eine lange Tradition. Die komplexen sozialen Interaktionen zwischen Artgenossen schließen bei Säugetieren wie auch dem Menschen aggressives Verhalten ein. Aggression hat sich im Laufe der Evolution unter hohem Selektionsdruck als Verhaltensstrategie entwickelt. Sie erhöht die Chancen auf optimale Futterressourcen bzw. Jobs und auf den besten Paarungspartner.

Das Autofahrer-Talent kon­gru­ie­rt stark mit dem Sportler-Talent, weil beide ähnliche koordinative Fähigkeiten verlangen.
Für 250 km/h auf gerader Autobahnstrecke benötigen Sie kein Talent, solange kein Reifen platzt. Einen Kreisverkehr unfallfrei zu durchfahren, schafft auch fast jeder. Beim "Wie" werden allerdings Unterschiede sichtbar.
Bei der Annäherung an den Kreisverkehr kommt es darauf an, einschätzen zu können, wo man selbst in 3 Sekunden sein wird und wohin sich andere in dieser Zeit bewegen werden. Sprich: deren Geschwindigkeit im Vergleich zur eigenen richtig einzuschätzen. Wie beim Ballspiel. Von den 30 Schülern in Ihrer Klasse, wieviele hatten in Sport eine Eins im Zeugnis stehen? Warum sollte es unter Autofahrern anders sein? 2,6 Mio Verkehrsunfälle in Deutschland 2019 sind nicht alles schicksalhafte "Un"- sondern viele davon begründbare "Vor"-Fälle. Eine Versicherung wirbt folgerichtig damit, dass man eine kundenfreundliche wie sie braucht, weil es nun mal alle 4 Sekunden in Deutschland zu einem Unfall kommt.
Diese Werbung gefällt mir fast so gut, wie die eines Zahnpasta-Produzenten, der allen Ernstes damit wirbt, das wir Deutschen eine besonders gute Zahnpasta benötigen, weil wir der zweitgrößte Zuckerkonsument weltweit sind.

Normalerweise geht es bei Prüfungen darum, die Talentierten von den weniger Talentierten zu trennen. Bei der Fahrschulprüfung ist das anders. Bei ihr geht es darum, alle, die es wollen, mit einem Minimum an Grundfertigkeiten auf die Straße zu bringen. Niemand, der den Führerschein in die Hand gedrückt bekommt, kann gut Auto fahren. Einige lernen es im Laufe der Zeit, manche stagnieren auf dem niedrigen Niveau und andere verlernen sogar von dem einmal Gelernten, z.B richtiges Blinken und Lenken.
Ein guter Fahrlehrer bringt seinen Schülern nicht nur die praktischen Handgriffe für die Prüfung bei sondern erklärt anhand von Beispielen aus der Praxis, worauf es beim Autofahren wirklich ankommt. Es geht eben nicht nur darum, Regeln für eine Prüfung auswendig zu lernen sondern darum zu verstehen, dass eine Gemeinschaft nur mit Regeln existieren kann.
Denke ich an meinen Fahrlehrer zurück, fallen mir zwei Geschichten ein, die mir in guter Erinnerung geblieben sind.
1. Als ich das erste Mal auf eine Autobahn fahren durfte und auf die Beschleunigungsspur einbog, forderte mein Fahrlehrer mich dazu auf zu beschleunigen. Das tat ich, aber halbherzig. Weil ich es nicht tat, drückte er das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Danach erklärte er mir, warum es Sinn macht den kompletten Beschleunigungsstreifen auch wirklich zum Beschleunigen zu nutzen. Ich habe es nie wieder anders gemacht.
2. Im theoretischen Unterricht erzählte mein Fahrlehrer zwischendurch immer mal wieder von seinen Erfahrungen. Einmal ging es um eine Kollision zweier Fahrzeuge, bei der er Augenzeuge war. Zunächst waren zwei Fahrzeuge hintereinander hergefahren. Dann bog der hintere Fahrer auf eine linke Abbiegespur während der Vordermann zunächst noch geradeaus fuhr. Kurze Zeit später blinkte der Vordermann aber ebenfalls links und fuhr auch dorthin. Der Hintermann, der sich bereits auf der Abbiegespur befand, missachtete dass der Vordermann ebenfalls auf die Abbiegespur wollte und es krachte. Sein Resümee: Unabhängig von der Schuldfrage, es darf niemals an einem Auto vorbeigefahren werden, das in diese Richtung blinkt. Daraus folgt im Umkehrschluss, dass man nur dann blinkt, wenn man sich vergewissert hat, dass das Fahren in Blinkrichtung möglich ist und die angezeigte Absicht auch umsetzt. Blinken bedeutet "Ich werde in diese Richtung fahren, ob es euch passt oder nicht!". Es bedeutet nicht "Ich würde gerne irgendwann in diese Richtung fahren". Wenn gilt, dass an einem Blinkenden unter keinen Umständen vorbeigefahren werden darf, dann verbietet es sich von selbst, am Straßenrand zu stehen und links zu blinken, während der Verkehr an einem vorbeirollt.
Na, wie viele Autofahrer verhalten sich so?
Ein Fahrlehrer, der nur Wert darauf legt, zu erklären, wie man bei genau diesem Fahrzeug in der Prüfung rein mechanisch und nach Schema F erfolgreich rückwärts einparkt, hat seinen Beruf verfehlt.

Einer Umfrage des Kölner Instituts BBE Automotive GmbH vom August 2021 gaben 92 Prozent von 1000 befragten Personen an, ein guter Autofahrer zu sein. Ähnlich positiv bewerten die Deutschen ihr Verhalten in kritischen Situationen. Hier gaben 93 Prozent an, diese im Griff zu haben. Vielleicht schätzen sich die 8%, die sich für schlechte Autofahrer halten, realistischer ein als die anderen 92%. Wären sie so schlecht wie sie sich selbst einschätzen, stellt sich mir die Frage, warum Fahrlehrer und -prüfer zu einem anderen Ergebnis kamen.
Kennen Sie irgendeine Sportart, in der 90% der erwachsenen Deutschen gut sind? Ich nicht. Aber beim Autofahren geschieht dieses Wunder? Wer's glaubt, wird selig! Etwas Komplexeres als das Autofahren wird den meisten Menschen in ihrem Alltag nicht begegnen.

Die Aufgabe klingt simpel: Der Mensch steigt in sein Auto und versucht, ohne Unfall oder sonstige Zwischenfälle sein Ziel zu erreichen. Besonders schlau, so scheint es, muss er dafür nicht sein. Stellt man aber ein Computersystem vor die gleiche Aufgabe, wird schnell klar: Ohne ein erhebliches Maß an (künstlicher) Intelligenz ist das nicht zu machen.
Denn was einfach klingt, ist in Wirklichkeit hoch komplex. Das zeigt sich allein schon daran, dass die Situationen, vor die sich ein Autofahrer - und ein autonomes Fahrsystem - gestellt sieht, im wahrsten Sinn des Wortes unendlich vielfältig sind. Um sie zu beherrschen und die jeweils richtigen Entscheidungen zu treffen, reicht es nicht aus, angelerntes Wissen aus zuvor eingeübten Situationen zu reproduzieren.

Eine Studie von Bosch gefällt mir persönlich besser. Sie ergab, dass sich 90 Prozent aller Autofahrer für gute Autofahrer halten, 90 Prozent halten die anderen Fahrer für schlechte Autofahrer und statistisch passieren 90 Prozent aller Unfälle aufgrund von Fahrerfehlern. Welche 90 Prozent sind also falsch?

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie lesen:
"Aus noch ungeklärten Gründen geriet das Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn."
Wenn kein medizinisches Problem vorlag, dann liegt es so gut wie immer am Fahrer, an Ablenkung, Selbstüberschätzung oder schlicht an fehlender Fahrzeugbeherrschung.

Warum erzähle ich das alles? Nun, wenn es normal ist, einen SUV zu fahren, ihn mit der linken Hand auf 2 Uhr zu lenken und gleichzeitig mit der rechten Hand ein Smartphone auf Schoßebene zu bedienen - und das wird meiner Einschätzung nach eine Mehrheit für normal halten - dann bin ich mit Vergnügen nicht normal.
Die Wahrheit liegt allein in der Wahrheit. Es kommt nur Unsinn dabei heraus, wenn man die Mitte sucht zwischen einer kugelförmigen und einer scheibenförmigen Erde.