Donnerstag, 16. Januar 2020
Geschnitten?
Geschnitten? Die Frage von der Bäckereifachverkäuferin kennen Sie auch: "Möchten Sie das Brot geschnitten haben?"
Meiner Beobachtung nach beantworten sehr viele diese Frage mit Ja. Dann verschwindet das geschnittene Brot in einer Plastiktüte.
Ich beantworte die Frage mit: „Nein danke, ich bin normal.“
Dass ich als Vernünftiger immer diese Frage beantworten muss, ist alles andere als normal. Die Bäckereien sollten das Brot nur auf die ausdrückliche Bitte eines Käufers hin in Plastik verpacken und ansonsten immer ungeschnitten in eine Papiertüte.
Die Frage "Haben Sie eine Deutschlandkarte" ist übrigens genauso dämlich. Wer meint, eine haben zu müssen, soll das gefälligst von sich aus anzeigen.

Was gegen eine Plastiktüte spricht, ist dermaßen offensichtlich, dass man sich fast nicht traut, die Argumente zu benennen.

1. Plastikmüll:
Die meisten Plastiktüten wandern nach dem ersten Gebrauch im besten Fall in den gelben Sack und werden mit viel Energieeinsatz recycelt. Im schlechten Fall landet die Plastiktüte irgendwo in Afrika. Auf der einen Seite werden die Einkaufstüten aus Plastik verboten und auf der anderen Seite explodiert der Verbrauch von Plastiktüten für Brot. Warum sollte das eine besser als das andere sein?

2. Geschmack/Sensorik:
In der geschlossenen Plastiktüte wird das Brot weich. Ein Bäcker, der im Idealfall von der Qualität seines Brots überzeugt ist, legt Wert darauf, dass sein Brot eine knusprige Krumme hat. Bei Brot in Plastik ist alles nur noch weich. Jedem eingefleischten Bäcker muss die Hutschnur hochgehen, wenn er sieht, dass sein mit Liebe gebackenes Brot in Plastik verpackt wird. Wozu gehen die Leute dann überhaupt in eine Bäckerei? Dasselbe geschmacklose Brot bekommen Sie im Supermarkt günstiger.

3. Schimmel:
Bevor Schimmel sichtbar wird, ist er schon vorhanden. Trocken, luftig und nicht zu warm – so mag Brot es am liebsten. Das feuchtwarme Klima im Plastikbeutel ist der ideale Nährboden für Mikroben aller Art. Zwischen +20°C und +40°C vermehren sich die meisten Mikroorganismen am schnellsten. Unter optimalen Bedingungen verdoppelt sich das Bakterium, z.B. „Escherichia coli“ alle 20 Minuten. Eine einfache Rechnung zeigt, dass auf diese Weise aus einem einzigen „E.coli-Bakterium“ innerhalb von acht Stunden über 16 Millionen Nachkommen entstehen können.
Die giftigen Stoffe im Schimmelpilz können nach dem Verzehr Leber und Niere schädigen. Das Gift Aflatoxin beispielsweise ruft schwere Leberschäden hervor und wirkt krebsfördernd.

Bäcker, schafft die Plastiktüten ab! Warum nur mussten alle Bäcker dem Beispiel eines einzigen dummen Bäckers folgen, der auf die glorreiche Idee kam, sich dadurch einen vermeintlichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, dass er geschnittenes Brot als erster anbot? Schwachsinn wird nicht dadurch besser, dass es alle nachäffen und Verbraucher es kritiklos nachfragen.

Hört auf damit, mir, der ich euer Handwerk und euer Produkt zu schätzen weiß, die Frage „Geschnitten?“ zu stellen. Das nervt. Ich bin der Gourmet, die anderen sind Banausen. Lasst sie dazu auffordern, es zu schneiden, und nicht mich, die Frage zu verneinen! Normal ist, das Brot nicht zu schneiden. Es in Plastik zu packen, ist anormal um nicht zu sagen pervers!

Unterstützt nicht die Faulheit von Leuten, denen schon das Schneiden einer Brotscheibe zu viel Arbeit ist.

Glaubt mir. Auf solche Kunden könnt ihr locker verzichten!



Montag, 11. März 2019
Ein Schelm, der Böses dabei denkt
Heise.de bietet auf seinen Seiten u.a. Software zum Download an. Als Entwickler von Software kann man sich dort registrieren und in einem Entwicklerbereich die Informationen zum selbst entwickelten Programm eingeben. Die Forderungen seitens heise.de sind hoch. Sie reichen von eigener Homepage, über E-Mail-Adresse und Online-Dokumentation bis hin zu direkter Downloadmöglichkeit. Wenn die Redaktion mit den Informationen zufrieden ist, wird die Applikation dann unter Downloads angezeigt.

Um meiner Eigenentwicklung „WatchMyContracts“, einer Freeware, einen größeren Bekanntheitsgrad zu verschaffen, habe ich es dort eingestellt. Sinn macht das Ganze natürlich nur dann, wenn das Programm über die Suchfunktion von Heise.de auch gefunden wird. Dazu trägt man als Teil der Informationen, die man dem Programm mitgeben muss, Schlagwörter ein.

Wörtlich steht dort: „Schlagwörter - Begriffe, unter denen Ihr Programm gefunden werden soll.“

Folgerichtig trug ich dort die folgenden 3 Begriffe ein:
1. Vertragsverwaltung
2. Vertragsmanagement
3. Kündigungsfristen

Falls Sie nun erwarten, mit diesen 3 Begriffen meine Software finden zu können, liegen Sie falsch. Lediglich unter „Kündigungsfristen“ und "WatchMyContracts" werden Sie fündig. Anfangs ging ich noch von einem simplen Fehler aus und kontaktierte daher die Redaktion von Heise.de. Als keine Antwort kam, versuchte ich es ein zweites Mal. Eine Antwort blieben sie mir wieder schuldig. Und geändert haben Sie natürlich auch nichts. Das brachte mich zu der Erkenntnis, dass das "Versehen" Absicht ist. Nicht ohne Grund steht dort "gefunden werden soll" und nicht "gefunden wird". Skrupel sind Heise.de völlig fremd. Wenn man sich ansieht, welche Programme tatsächlich unter „Vertragsverwaltung“ und „Vertragsmanagement“ „gefunden“ werden, stellt man fest, dass es sich ausschließlich um Bezahl-Software handelt. Zufall? Wohl kaum. Offenbar gibt es übergeordnete Interessen, die meinem Interesse zuwiderlaufen. Meine Freeware wurde nur aufgenommen, um dem Ganzen einen seriösen Anstrich zu geben. In meinen Augen ein Skandal!

Als mein Produkt neu eingestellt für eine Woche auf der Startseite von Heise.de zu sehen war, stieg mein Downloadrang auf 1457. Inzwischen bin ich auf Platz 29764 abgerutscht. Und das liegt garantiert nicht an der Qualität meines Produkts.

Ich bin mir sicher, dass Heise.de sich über tausende von Anfragen, wieso meine Anwendung über die Suchfunktion nicht auffindbar ist, sehr "freuen" würde. Je mehr desto besser! Ich befürchte allerdings, dass mein Aufruf für Heise.de ohne Folgen bleiben wird. Der Mensch ist für Empathie und Altruismus einfach nicht geschaffen. Schade eigentlich!

Der einzige Grund dafür, dass ich meine Software dort noch weiter belasse, obwohl ich bei heise.de meinem Ziel, sie dadurch bekannter zu machen, keinen Schritt näher gekommen bin, ist die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt.



Sonntag, 14. Dezember 2014
SUV + Crossover = ~§%&?
Schon in der Bibel heißt es: "An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!" (1. Johannes 2,1-6). Diese Lebensweisheit könnte man auch auf das Kaufverhalten der deutschen Automobilkäufer anwenden: "An ihren Autos könnt ihr sie erkennen!".

Deutschland, das Land der Dichter, Denker und Fahrzeug-Lenker? Das Auto spielt im Seelenleben der Deutschen eine wichtige Rolle. Mehr als zwei Drittel der Autofahrer denken mehrmals im Monat über ihr Fahrzeug oder das Fahren im Allgemeinen nach, wie eine Umfrage der Sachverständigenorganisation KÜS ergeben hat. Jeder Zehnte tut das sogar nahezu täglich. Am meisten beschäftigen Fragen rund ums Auto dabei die jüngeren Autofahrer: Unter den 18- bis 39-Jährigen denken 18 Prozent täglich daran, bei den Über-61-Jährigen sind es nur noch 7 Prozent.

Früher wurden Autos so gezeichnet, um sie zu karikieren, heute werden sie so gebaut und überaschenderweise auch zu­hauf gekauft. Gemeint sind die Seniors Ugly Vehicle oder abgekürzt SUV.

SUV oder Sport Activity Vehicle - so meint BMW, den X6 bezeichnen zu müssen - sind äußerst beliebt bei den Deutschen. Jede Automarke hat inzwischen mehr hochgebockte oder höhergebaute PKW in ihrem Fuhrpark als flache, darunter viele, die nicht einfach SUV sondern City SUV, Kompakt SUV oder Cross Over genannt werden. Ich vermute, dass man mit dem City SUV bis zur Stadtgrenze fährt und dann in den großen Bruder umsteigt. Für die Autobahn sind beide suboptimal. Zum Teil sehen sie aus, als ob sie einem Comic entsprungen wären oder gleich in einem Teich schwimmen gehen wollten. Die Front dieser Fahrzeuge darf gerne auch martialische Züge tragen. Ein SUV soll sich durchaus wie ein Panzer anfühlen. Nur ganz so aussehen, darf er natürlich nicht. Man möchte sich schließlich zumindest einen Hauch von Pazifismus erhalten.

Die Basis der Cross Over ist das flache Pendant. Cross Over bekamen lediglich Luft unter den Boden, das Dach und die Motorhaube damit sie dem Trend entsprechend einen Hauch von SUV verströmen. Begründet wird dies gerne mit höherem Sicherheitsgefühl, größerer Übersichtlichkeit und leichterem Ein- und Ausstieg.
Ein willkürlich herausgegriffener Vertreter dieser neuen Spezies ist der Ford Kuga. Bei ihm sieht man von hinten betrachtet einen Unterbodenschutz aus Kunststoff. Es sollte jedem klar sein, dass das eine Attrappe und kein Schutz ist. Die wenigsten SUVs werden jemals etwas anderes als Asphalt unter den Rädern spüren und somit den vermeintlichen Unterbodenschutz keiner Belastungsprobe unterziehen, was auch besser sein dürfte. Selbst ein Oberklasse-SUV wie der Jaguar F-Pace hat diese "schicken", farblich abgesetzten Kunststoff-Attrappen. Ich habe nichts gegen Kunststoff am Auto aber bitte an anderer Stelle und in Wagenfarbe.
Diese Autos sportlich zu nennen, kann man nur als Übertreibung bezeichnen. Ein Auto ist nicht automatisch sportlich, sobald ein fetter Motor drinsteckt. Oder kennen Sie Rennautos, die nicht möglichst flach sind? Der Grund dafür ist einleuchtend. Ein höherer Schwerpunkt wirkt sich vor allem in Kurven negativ aus. Und der Luftwiderstand bremst zudem.
Wofür bitte soll Activity beim X6 stehen? Für das aktive Durchdrücken des Gaspedals? Schon Top Gear-Moderator Jeremy Clarkson befand: Für das Gelände ungeeignet, schlechte Rundumsicht, ungenügendes Raumangebot.

Cross Over wörtlich genommen suggeriert: Dieses Fahrzeug sprengt Grenzen. Die Wahrheit fällt leider weniger großspurig aus. Es soll die Eigenschaften mehrerer Spezialisten in sich vereinen. Das bedeutet aber, dass dafür zwangsläufig Kompromisse eingegangen werden müssen. Sonst hätten die Spezialisten keine Daseinsberechtigung. Ein richtig geländegängiges Fahrzeug kann auf der Autobahn nun mal nicht glänzen. Ein Cross Over kann ein bisschen von dem und ein bisschen von dem aber nichts so gut wie die Spezialisten. Wozu soll es gut sein, ein bisschen Geländegängigkeit zu haben, wenn ich nie im Gelände bin, dafür aber Meter für Meter Nachteile auf der Straße habe?

Das einzige Argument, das zutrifft, ist der leichtere Ein- und Ausstieg. Bei Menschen, die körperlich so angeschlagen sind, dass ihnen das Ein- und Aussteigen Probleme bereitet, habe ich Verständnis für den Kauf eines höhergelegten Autos. Im Vergleich zur Dauer, die man fahrend im Auto verbringt, wird aber für das Ein- und Aussteigen nur ein Bruchteil der Zeit benötigt und stellt für die meisten Fahrer von SUVs kein Problem dar. Und für diese kleine Annehmlichkeit werden alle Nachteile eines SUV in Kauf genommen?

Davon gibt es jede Menge:
Höheres Gewicht, weniger Leistung, höherer Luftwiderstand (cw-Wert * Stirnfläche), höherer Verbrauch, mehr Emissionen, höhere Windanfälligkeit, mehr Windgeräusche, schlechteres Kurvenverhalten, höherer Reifenverschleiß. mehr leckerer Bremsenabrieb
Ohne elektronische Hilfen hätten SUVs Mühe den Elch-Test zu bestehen! Man erinnere sich nur an die erste Mercedes A-Klasse von 1997, die ursprünglich ohne das damals nur im Premium-Segment angebotene ESP verkauft werden sollte, sich ohne ESP aber schwungvoll auf die Seite legte und dann nachgerüstet wurde. Ein Fahrzeug, das nur mit ESP den Elch-Test besteht, bietet weniger Sicherheit als eines, das es auch ohne schafft und durch ESP noch an Sicherheit dazugewinnt. Oder?
Wie schaffen es so viele Menschen, vor diesen Tatsachen die Augen zu verschließen? Hat der vernunftbegabte Mensch die A-Klasse nach dem Elchtest-Debakel 1997 links liegen gelassen? Nö.
Erstaunlicherweise beschloss Daimler inzwischen, dass die A-Klasse sportlicher werden müsse. Sie verlor daher an Höhe, gewann aber natürlich an Breite. Mehr Breite geht offenbar immer, seit Jahrzehnten, bei allen PKWs.

Die erhöhte Sicherheit in einem SUV halte ich für ein Märchen. Mehr Masse, mehr Gewicht, mehr Steifigkeit und der höhere Schwerpunkt sind keine Rezepte für mehr Sicherheit. Richtig allerdings ist, dass das höhere Gewicht von SUVs für den normalen PKW zum Nachteil bei einem Frontal-Crash werden kann. Vorteile zum Nachteil anderer Autofahrer. Ist es das, was beim Kauf eines SUVs angestrebt wird? Wundern würde mich das nicht.

Es ist zu vermuten, dass die Entscheidung für einen Möchtegern-SUV oder echten SUV in den meisten Fällen hormon- und nur äußerst selten rational gesteuert ist.
Deutschlands Bevölkerung wird zunehmend älter. Daraus resultiert die Vorliebe für die höhergelegten und höhergebauten Fahrzeuge. Flottes Fahren, schnelles und damit sicheres Überholen ist bei dieser Clientel in der Prioritätenliste eher weiter unten angesiedelt. Was aber treibt junge Fahrer dazu, sich ein adipöses Blech-Ungetüm zuzulegen?
Idealerweise werden Autos für einen bestimmten Zweck entwickelt, so dass sie besonders geländegängig, besonders sportlich oder besonders sparsam sind. Einzig der SUV oder Cross Over hat keinerlei besondere Fähigkeiten. Er kann in allem nur mittelmäßig sein und keinesfalls besonders "Sport"- oder "Utility"-tauglich.
Es ist ein Hohn, auf diesen Fahrzeugen hinten "eco" oder "bluetec" zu lesen. Was nützen effiziente Motoren, wenn der Luftwiderstand alle Effizienz zunichte macht! Vor Jahrzehnten wurden Neuwagen noch mit der Angabe ihrer cw-Werte angepriesen, als dort noch größere Fortschritte zu erzielen waren. Danach verschwand die Angabe wieder. Mit der massenhaften Verbreitung der SUVs wäre es vernünftig, eine Vorschrift zu erlassen, den Luftwiderstand angeben zu müssen. Was würde man von jemandem halten, der vor sein Fahrrad quer zur Fahrtrichtung eine Luftbremse aus Brettern montieren und ein paar Hantelscheiben auf den Gepäckträger binden würde? Seltsamerweise stört dasselbe beim Auto niemanden, weil sich ja "nur" der Motor und nicht der Mensch mehr anstrengen muss. Für den damit verbundenen erhöhten Spritverbrauch und die erhöhten Emissionen interessieren sich traurigerweise die Käufer dieser Fahrzeuge überhaupt nicht. Dabei ist doch eines völlig klar. Um die gleiche Geschwindigkeit zu erzielen, benötigt der SUV mehr Leistung bzw. ist bei gleicher Leistung langsamer als ein herkömmliches Fahrzeug.

Beispiel:
Modell 

Mercedes GLC (SUV) 

Peugeot 3008 GT (Cross Over mit Null- Offroad-Kompetenz) 

Seat Leon ST FR 

Kraftstoff-Art 

Diesel 

Diesel 

Diesel 

Hubraum 

2143 ccm 

1997 ccm 

1968 ccm 

Zylinder 

Leistung 

150 kW / 204 PS 

133 kW / 180 PS 

135 kW / 184 PS 

Kraftstoffverbrauch kombiniert lt.
Hersteller 

5,4 l/100 km 

5,5 l/100 km 

4,6 l/100 km 

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h 

7,6 s 

8,9 s 

7,8 s 

Höchstgeschwindigkeit 

222 km/h 

211 km/h 

228 km/h 

CO2-Emissionen 

131-143 g/km 

124 g/km 

121 g/km 

Leergewicht 

1770 kg 

1741kg 

1340 kg 

Gepäckraumvolumen mind. 

500 l 

390 l 

587 l 

Max. Drehmoment 

500 Nm / 1600-1800 rpm 

400 Nm / 2000-3750 rpm 

380 Nm / 1750-3000 rpm 

Preis ab 

47.000 EUR 

39.700 EUR 

25.000 EUR 


Statt einem Mercedes GLC hätte ich auch einen SUV von Jeep oder Range Rover nehmen können. Die sind Europameister in schlechter Aerodynamik.

Wer sich für einen SUV oder Cross Over entscheidet, beweist vor allem eines: Unvernunft. Einer Mode blindlings zu folgen, ist nicht "hip" sondern das Gegenteil von klug.
Ein Großteil der Energie, die ein Fahrzeug für die Fortbewegung verbraucht, wird für die Überwindung des Luftwiderstands benötigt. Der Luftwiderstand steigt im Quadrat zur Geschwindigkeit. Windschlüpfigkeit wirkt sich nicht nur positiv auf die Endgeschwindigkeit aus, auch für den Spritverbrauch ist der Strömungswiderstand maßgeblich. Ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h ist die Aerodynamik der entscheidende Faktor, weil dann der Luftwiderstand den Rollwiderstand übersteigt. Aus dem Koeffizienten und der gefahrenen Geschwindigkeit eines Autos sowie seiner Stirnfläche lässt sich der Strömungswiderstand berechnen. Und dieser schlägt sich dann direkt und unmittelbar im Benzinverbrauch nieder. So liegt zwischen cw 0,22 und 0,29 bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ein halber Liter Mehrverbrauch. Bei 200 km/h sind es schon 2,7 Liter.
Die Verbrauchsangaben der Hersteller dagegen sind bekanntlich wenig aussagekräftig, im Schnitt um 42 Prozent zu tief. Auch im neuen WLTP-Prüfzyklus liegt das Durchschnittstempo bei gerade einmal 47 km/h. Bei diesem Stadttempo ist die Aerodynamik Nebensache - was die Abweichungen zu den Verbrauchswerten im relen Betrieb erklärt: Auf der Autobahn werden cw-Wert und die sogenannte Stirnfläche (A) entscheidend. Und die hat sich bei vielen neuen Modellen deutlich verschlechtert - vor allem durch die SUV-Mode. Fahrzeuge mit hoher Sitzposition mögen bequem sein, doch die wuchtigen Fronten haben die Aerodynamik einer Bretterwand. Aufgrund ihrer Höhe ist die Stirnfläche deutlich größer als bei klassischen Limousinen. Was multipliziert mit dem cw-Wert einen hohen aerodynamischen Gesamtwiderstand ergibt. Damit die sperrigen Autos nicht lahmer werden als ihre Vorgänger, steigt gleichzeitig die durchschnittliche Motorleistung. Kein Wunder, dass der Flottenverbrauch vieler Hersteller schon seit einiger Zeit stagniert oder sogar zulegt.

Aktuelle VW-Modelle sind gute Beispiele dafür, wie sich die Karosserieform auf die Aerodynamik auswirkt. So kommen Golf und der höher ausgelegte Golf Sportsvan auf den gleichen cw-Wert von 0,3. Selbst Tiguan und Touareg schaffen einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,32. Bei der Stirnfläche zeigen sich dagegen die Unterschiede zwischen Kompaktwagen, Kompaktvan und SUV: Hier reichen die Werte von 2,22 m² beim Golf über 2,41 m² beim Golf Sportsvan bis zu 2,84 m² beim Touareg. Das führt in der Summe dazu, dass die größeren Wagen bei der Aerodynamik schlechter abschneiden.

Während der Golf auf eine Widerstandsfläche (FW = cw * A) von insgesamt 0,66 kommt, sind es beim Sportsvan schon 0,72. Noch ungünstiger umströmt wird der Tiguan mit knapp 0,82, den schlechtesten Wert erzielt der Touareg mit 0,90. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Spritverbrauch und die CO₂-Emissionen. So liegt der kombinierte Kraftstoffverbrauch eines Golf 1,0 TSI (63 kW) bei etwa 4,9 Litern. Der Sportsvan kommt mit dem gleichen Motor auf 5,0 Liter. Der Tiguan - technisch ebenfalls auf Golf-Basis - ist als Benziner kaum unter 6,0 Litern zu bewegen. Noch mehr genehmigt sich das Oberklasse-SUV, wobei auch Faktoren wie das Fahrzeuggewicht eine Rolle spielen. Der Touareg V6 3.2 V6 Benziner, 220 PS, kommt bei verhaltener Fahrweise auf 13,8 Liter.

Um erkennen zu können, dass das höhere Gewicht und der größere Luftwiderstand zu einem höheren Kraftstoffverbrauch führen, ist nun wirklich kein Hochschulabschluss notwendig. Jedes Kind versteht sofort, dass ein Nach-Vorne-Beugen des Oberkörpers beim Fahrradfahren das Strampeln erleichtert. Dem erwachsenen Autofahrer dagegen ist das alles plötzlich völlig fremd? Ich frage mich, worüber die Menschen so nachdenken, wenn sie, wie am Anfang meines Beitrags erwähnt, nachdenken. Wer sich trotz Nachdenkens, für einen solchen Wagen entscheidet, zeigt, dass ihn dieser Aspekt nicht interessiert. Um das Gewissen zu beruhigen, bekomme ich dann oft zu hören, dass der Unterschied ja wohl nicht so groß sei. Ich pflege dann zu antworten: Groß genug und Meter für Meter wirksam!
Jeder SUV- oder Cross Over-Fahrer merkt spätestens an der Tankstelle, dass der Verbrauch auf der Autobahn nach oben schnellt. Niemand kann behaupten, er wüsste nicht, was sein Fahrzeug verbraucht. Dass es ihm egal ist, aber schon. Und das ist es vielen. Auf ein Auto stolz zu sein, das ohne Sinn und Verstand allein durch Luftwiderstand Energie verschwendet, grenzt an Wahnsinn. Normal wäre, sich dafür zu schämen.

Die gemogelten Abgaswerte von VW, die im realen Betrieb viel höher ausfielen als im Labor, haben ordentlich Staub aufgewirbelt. Wo sind die Stimmen, die den Lifestyle-Trend zu SUV, dem immer mehr Autofahrer verfallen und der zu nicht unerheblich höherem Spritverbrauch und damit einhergehend mehr Emissionen in Deutschland führt, kritisch sehen? Umweltschutzorganisationen und Politiker schwiegen sich dazu lange Zeit weitgehend aus. Als die ersten SUVs auf den Markt kamen, regte sich noch vereinzelt Unmut. Als sie sich im Straßenbild etabliert hatten, verspürte bis vor Kurzem (=2019) keiner mehr Lust, sich den Groll der SUV-Fahrer zuzuziehen.

Eine Ausnahme bildete im März 2017 Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) beim Treffen der G20-Staaten als sie zum Thema Ressourceneffizienz sagte: "Eigentlich dürften SUVs nur für Bauern und Jäger erlaubt sein". Schon erstaunlich, dass dennoch nicht frühzeitig gegengesteuert wurde. Auch heute, im Jahr 2019, gibt es außer hilflosen Vorschlägen nichts Handfestes zu vermelden. Immerhin nehmen Politiker inzwischen das Wort SUV kritisch in den Mund. Cross Over werden nicht erwähnt, sind aber keinen Deut besser als SUVs und sollten daher in einem Atemzug genannt werden.

Die Universität Duisburg-Essen veröffentlichte im Juli 2019 eine Hochrechnung, wonach es über eine Million SUV-Neuzulassungen für das Gesamtjahr geben wird. Das veranlasste Politiker unterschiedlicher Couleur tatsächlich einmal, sich dazu zu äußern. Hier die Kommentare:
Kirsten Lühmann (SPD) : „SUV haben im Vergleich zu Kleinwagen einen erheblich höheren Schadstoffausstoß, werden aber zurzeit aus den verschiedensten Gründen – hohe Sitzposition, hohe Anhängelast, geländetauglich – vermehrt gekauft. Autokonzerne sollen angehalten werden, sowohl die technischen Entwicklungen voranzutreiben, als auch bei der Werbung gezielt emissionsarme Pkw anzupreisen, um die gesetzlichen Vorgaben zur Luftreinhaltung einhalten zu können.“
Ingrid Remmers (Linke) : „Statt weniger schmutzige Autos zu bauen, setzt die Autoindustrie nun auf besonders große, schwere und noch schmutzigere Autos. Es ist völlig absurd, 1,9 Tonnen Gewicht zur Beförderung von durchschnittlich 80 Kilogramm Mensch zu bauen. Weil sich nach dem Dieselskandal die alten Fahrzeuge nicht weiter verkaufen ließen, sollten es nun völlig übermotorisierte Panzermodelle richten. Damit wird der notwendige Klimaschutz ad absurdum geführt. 80 Prozent der SUV werden als Dienstwagen zugelassen und unterliegen damit einer niedrigen Besteuerung. Wir arbeiten an einem Antrag, die steuerliche Entlastung nach ökologischen Kriterien auszurichten. Zusätzlich muss auch die Kfz-Steuer nach den Kriterien des Klimaschutzes ausgerichtet werden.“
Oliver Luksic (FDP) : „Wegen der Vorliebe Älterer für Fahrzeuge, in denen die Passagiere auf höheren Sitzen einfacher Platz nehmen können, ist der Zuwachs eine logische Folge des demografischen Wandels. Die Nachfrage nach kleinen SUV wird ungebrochen bleiben, die von der Bundesregierung unterstützten CO2-Flottengrenzwerte verteuern diese aber zusätzlich massiv durch Strafzahlungen für Hersteller. Die Automobilindustrie wird das massiv treffen, der Autokäufer wird indirekt zahlen.“
Winfried Hermann (Grüne): „Wir wollen ein Mautsystem mit ökologischer und verkehrstechnischer Lenkungswirkung. Die Maut soll nicht nur zeitlich, sondern auch wie bei Lkw kilometergenau abgerechnet werden. Zudem könnte es eine Staffelung nach Emissionsklassen geben. Wer viel fährt und mit seinem Auto auch viele Treibhausgase produziert, der muss mehr bezahlen. Das wäre ein intelligenter und sinnvoller Beitrag zur Finanzierung der Mobilität der Zukunft.“
Einen sozialen Ausgleich erwähnt er nicht. Den fordern aber CDU, CSU und SPD.

Ich empfehle der FDP den SUV auf Krankenschein einzuführen. Wer unbeweglich genug ist, darf sich einen Cross Over oder SUV zulegen. Warum müssen Zigarettenschachteln drastische Warnhinweise wie "Wenn Sie rauchen, schaden Sie Ihren Kindern, Ihrer Familie, Ihren Freunden." enthalten und Autos nichts? Sind Autos etwa ungefährlich? Wenn man den Argumenten der Umwelthilfe glaubt, die SUVs in ihrer Betrachtung völlig ignorieren, wohl eher nicht. Ein deutlich sichtbarer Aufkleber auf jedem Auto mit der Angabe des CO2-Ausstoßes würde Druck aufbauen. Das werden Politiker selbstverständlich nicht beschließen. Ist zu einfach und stellt SUV-Fahrer bloß. Politiker lassen sich schließlich nicht nur von Vernunft sondern auch von Lobbyisten leiten.

Wieso glauben Firmen, dass ihre führenden Köpfe, Unterstützung in Form eines Blech-Panzers benötigen? Natürlich stehen hinter den Entscheidungen innerhalb der Firmen natürliche Personen. Es ist sicher nicht falsch, anzunehmen, dass die Entscheider sich für etwas entscheiden, das sie selbst haben und mögen. Die Entscheidung beruht weder auf Logik noch auf einer Abwägung des Für und Widers. Sie ist schlicht irrational. Etwas, das man in diesen Kreisen nicht unbedingt erwarten würde. Dass die Chefetage immer nur rational entscheidet, ist aber natürlich auch eine Illusion. Wer einmal irrational entscheidet, tut das nicht nur einmal.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA), die im Oktober 2019 veröffentlicht wurden, stiegen die CO2-Emissionen der weltweiten SUV-Flotte seit 2010 um 0,55 Gigatonnen auf rund 0,7 Gigatonnen. Damit leisteten die Pseudogeländewagen den zweitgrößten Beitrag zum Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen seit 2010, nur der Ausstoß des Energiesektors stieg in diesem Zeitraum noch stärker an. Weltweit gibt es mittlerweile 200 Millionen SUV, 2010 waren es noch 35 Millionen. Besonders gravierend ist der Anstieg der CO2-Emissionen im Vergleich zu den übrigen Verbrenner-Pkw. Deren Anzahl stieg von 2010 bis 2018 zwar von 822 Millionen auf 952 Millionen, durch effizientere Motoren sparten sie seit 2010 jedoch zwei Millionen Barrel Öl ein - und das jeden Tag!

Laut einer Studie steht der Naturschutz für mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung auf Platz 1 der wichtigsten politischen Aufgaben. Bei den 18- bis 30-jährigen sollen es - Influencer Rezo sei Dank (Wer konnte so etwas auch vorher wissen? - Jeder, meint Rezo im Video selbst!) - sogar 73% sein, die den Klimawandel für eine der großen Herausforderungen unserer Zeit halten. Das ist aber nicht mit der Bereitschaft, sich einzuschränken, zu verwechseln. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit stehen bekanntlich Egoismus, Gedankenlosigkeit, Gewohnheit und Bequemlichkeit. Man muss schon die Lupe bemühen, um in der Realität etwas von der schönen Fiktion erkennen zu können. Viele Menschen bewegen Fragen wie "Was macht(e) Zwergspitz Boo" (16 Mio Follower) oder "Was weiß Beauty-Influencerin Mariand Castrejon, was ich nicht weiß?" (23,3 Mio Follower) mehr als "Geht die Welt zugrunde?". Sie sind der Meinung, das eine schließt das andere nicht aus? Stimmt, theoretisch.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden stieg die durchschnittliche Motorleistung von Neufahrzeugen von 123 PS im Jahr 2005 auf 137 PS im Jahr 2013. Das hat verheerende Auswirkungen für das Klima: Die immer höheren Motorleistungen von Pkw lassen den Kraftstoffverbrauch und damit die Kohlendioxidemissionen in die Höhe schnellen. Das führte 2013 im Vergleich zu 2005 – zumindest rechnerisch – zu einem Mehrverbrauch von 3,8 Milliarden Liter Kraftstoff und zusätzlichen 9,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Wäre dagegen die Motorleistung nicht gestiegen, wären nach Angaben der Behörde auch die Kohlendioxidemissionen um zwölf Prozent gesunken. Stattdessen betrug der Rückgang der Emissionen von 2005 bis 2013 nur 1,6 Prozent. Dem Bundesamt zufolge ist der Kraftstoff-Mehrverbrauch auch auf die zunehmende Anzahl von SUV und Geländewagen zurückzuführen. Das deckt sich mit Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes: 2014 wurden im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent mehr SUV zugelassen.

Eine andere Studie aus dem Jahr 2019 behauptet, dass den Deutschen Mikroplastik Angst macht. Wissen die Befragten, dass rund ein Drittel der Mikroplastik-Emissionen auf Reifenabrieb von PKWs entfallen und dass SUVs zwangsläufig mehr davon produzieren?

Meiner Beobachtung nach ist Umweltschutz für einen Großteil der Deutschen reines Wunschdenken. En masse verchwinden beim Bäcker geschnittene Brote in Plastik-Beuteln (=Schwachsinn), werden Kippen (=Sondermüll) aus dem fahrenden Auto geworfen, wird im Sommer im Stand Motor und die Klimaanlage laufen gelassen und im Winter an der Tanksäule in Erwartung einer freien Zapfsäule der Motor "natürlich" nicht abgeschaltet. Das Smartphone könnte schließlich einfrieren und das wird in dem Moment gebraucht.
Leider nicht überflüssig zu erwähnen ist, dass das Motor-Laufenlassen im Stand und das Benutzen des Handys bei laufendem Motor verboten ist. Ein Teil ist ahnungslos und den Rest kümmert es nicht. Das war schon immer so. Nirgendwo wird der Charakter der Menschen besser sichtbar als im Auto.

Wenn Sie eine Vorstellung davon bekommen möchten, was von deutschen Fahrzeuglenkern zu erwarten ist, empfehle ich, einmal darauf zu achten wie sie lenken. Ich gehe jede Wette ein, dass Sie nur wenige Sekunden warten müssen, um einen zu sehen, der bei Geradeausfahrt das Lenkrad mit der linken Hand auf 2:00 Uhr hält. Die fahren so auch in eine Rechtskurve. Dann liegt die linke Hand eben auf 3:00 oder 4:00 Uhr. Wie stehen die Überlebenschancen für ein Kind, das das Pech hat, vor ein solches Auto zu laufen? Schlecht!. Wenn Sie mir nicht glauben, nehmen Sie an einem Fahrsicherheitstraining teil und probieren es aus.
Sie haben noch nie mit eigenen Augen gesehen, dass ein Auto auf gerader Strecke scheinbar grundlos in den Gegenverkehr fährt und dort frontal mit einem anderen Fahrzeug kollidiert? Ich schon. Ich fuhr unmittelbar hinter dem Unfallverursacher. Der junge Audi-Fahrer brach sich dabei das linke Handgelenk. Wäre er Linkshänder gewesen, wäre es das rechte gewesen. Er versuchte das Offensichtliche vor Gericht zu bestreiten, was einfach nur lächerlich und erfolglos war. Glauben Sie auch, dass Sie alles im Griff haben, wenn Sie beim Fahren das Handy benutzen? Sie machen sich etwas vor! Das Autofahrer-Talent kon­gru­ie­rt stark mit dem Sportler-Talent, weil beide ähnliche koordinative Fähigkeiten verlangen. Für 250 km/h auf gerader Autobahnstrecke benötigen Sie kein Talent. Einen Kreisverkehr zu durchfahren, schafft auch jeder. Beim "Wie" werden allerdings die Unterschiede sichtbar.
Von den 30 Schülern in Ihrer Klasse, wieviele hatten in Sport eine Eins im Zeugnis stehen?
Hatte der entgegenkommende Fahrer eine Chance die Kollision durch Ausweichen zu vermeiden. Ja. Hat er sie ergriffen? Nö, nicht mal ansatzweise. Lenkrad, Hand, 2:00 Uhr? Die Talente dieses Fahrers liegen augenscheinlich auf anderen Gebieten.
Diese Menschen offenbaren charakterliche Schwächen. Unreflektiertheit z. B, um nur eine zu nennen. Würden Sie diesen Menschen Ihr Baby anvertrauen? Bedenken Sie: Charakterzüge legt man sich nicht zu und wieder ab wie Klamotten.

Dass es sinnlos ist, darauf zu hoffen, dass Autofahrer sich beim Kauf eines Autos wegen eines schlechten Gewissens gegen einen SUV entscheiden, sieht man an den steigenden Verkaufszahlen. In der Öffentlichkeit stehende Personen wie Frank Plasberg oder Oliver Welke kokettieren damit, SUVs zu verurteilen und nebenbei zu erwähnen, dass sie selbst einen fahren. Solange diese Dummheit nicht als peinlich wahrgenommen wird, wird sich auch nichts ändern. Freiwillig werden SUVs nicht wieder verschwinden. Auch der Kaffeekapseln- und Coffee-to-go-Müllberg wird, einmal ins Leben gerufen, nicht von alleine wieder verschwinden. Findet das jemand gut? Nein. Wird er deshalb kleiner werden? Nein.

Mercedes glänzt in letzter Zeit mit Gewinnwarnungen und SUV-Exzessen. Ein Zufall?

1. Der EQC 400 4Matic, 408 PS, 2,5 Tonnen, schafft nach WLTP mit einer Akku-Ladung 390 - 410 Kilometer. In der schnöden Realität sind es dann aber nur noch 300. Damit das überhaupt erreichbar wird, ist der Fahrmodus "Max Range" empfehlenswert. Und da wird die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h garantiert nicht erreicht. Schneller fährt er in keinem Modus.

2. Der Mercedes GLS, eigentlich für die Amis gebaut, die traditionell überdimensionierte Fahrzeuge mit viel Emissionen produzieren, ist nun auch in Deutschland zu kaufen. Nur dumm, dass die Spur zu breit für die Waschstraßen in Deutschland ist. Für die deutschen Kaufinteressierten eines solchen Panzers natürlich ein No-Go, schließlich will sich diese Clientel die Finger nicht selbst schmutzig machen. Für Mercedes kein Grund, ihn in Deutschland nicht anzubieten. Der Mega-Blechberg erhielt kurzerhand eine Waschstraßenfunktion. Die fährt die Luftfederung in die höchste Stellung, was die Spurbreite ausreichend verringert, und schon passt es wieder. Toll!

3. Der AMG GLA 45 4Matic verbraucht nach Herstellerangaben 8,5 l/100km. Der CO2-Austoß liegt bei 193 g/km. Realistisch betrachtet, beginnt der Verbrauch natürlich bei 12 l/100km. Auf Twitter, dem Portal der Belanglosigkeiten, bewarb Mercedes ihn mit diesen Worten:
"If this summer wasn't warm enough already, the Mercedes-AMG GLA 45 4MATIC, 381 PS, will heat things up even more with this red-hot finish."
Stimmt, allerdings spielt die Farbe dabei keine Rolle!

Werden Greta Thunberg und andere Mitstreiter ein Umdenken bewirken. Wenn Sie mich fragen. ob ich daran glaube: Ich würde es gerne.

Was würde ein Gepard machen, wenn er größer und schwerer wäre? Aussterben.